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Raphael Bircher
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Das neue Sporttagebuch

Zäher Start ins Neue Jahr (09.01.2011)

Gestern war wieder Unihockey angesagt. Die Zeichen für das Training standen von Beginn weg nicht gut. Wieder hatte ich verstärkt Schmerzen, und die Spastik war auch höher als sonst. Dennoch wollte ich das Training durchziehen.
Gleich vorweg, das Training wurde nicht hammer, wie das sonst manchmal ist, wenn ich ein schlechtes Gefühl habe. Am Anfang hatte ich schrecklich Mühe auf Turen zu kommen. Teilweise war das schlechte spielen bestimmt auch auf die Schmerzen zurückzuführen. Doch es ist nicht alles schlecht. Ich habe immer wieder Zeitfenster, in denen es mir läuft. Am Spektakulärsten war wohl ein Konter den ich aber vergab. Ich bin nach wie vor schneller und wendiger als früher, und das stimmt mich doch optimistisch.
Die Schmerzen sind ja nicht selten ein Zeichen, dass sich wieder was verändert und so bin ich doch etwas gespannt, was als nächstes kommt.

So wie ich es mir wünschte (20.12.2010)

Letzten Samstag war wieder mal Hallentraining angesagt. Draussen war es kalt, und so stand den heissen fights in der warmen Halle nichts im Wege. Es war ein Training nach Mass, und mir lief es wirklich gut. Vor zwei Monaten träumte ich noch davon, fast ohne Schmerzen über das Feld zu rasen, aber das war nicht der einzige Grund zur Freude.
Ich bin schneller und wendiger geworden, und verbrauche auch weniger Energie. Dies gibt ganz neue Möglichkeiten im Spiel. Ich kann offensiv mehr mitwirken, da ich viel schneller wieder zurück bin. Auch reicht die Energie locker mal für ein Konter. Einige Spieler bekamen das auch zu spühren.
Hinten verteidigte ich relativ gut, und vorne erarbeitete ich mir auch ettliche Chancen. Ebenfalls durchbrach ich im letzten Training meinen "Vertreffer-Bann." Ich machte einer meiner berühmten Reinstecher und bekam einen wunderschönen Querpass. Ich zog direkt durch und sah nur noch, wie der Ball in der nahen Ecke hieng. Kurz darauf doppelte ich noch mit einem Glücksschuss nach. Ich bekam einen Rückpass, der Schussweg war aber geblockt. So wollte ich den Ball kurz annehmen, und einen Drehschuss zwischen Bein und Stock in die weite Ecke machen. Doch der Drehschuss auf engstem Raum missglückte, und so kam nur ein blöder Holperer richtung Tor. Er rutschte dem Torhüter unter der Hand durch in die tiefe, weite Ecke.
Solche Trainings zeigen mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Die Trainings sind übrigens fü,r das alte Jahr noch lange nicht vorbei. Zwar wird es dieses Jahr leider kein 100 m Sprint am 31. Dezember geben, aber das Neujahrstraining mitten in der Nacht werde ich sicher wieder durchziehen. Über die Festtage werde ich zwischen drei und fünf mal die Woche trainieren. Schliesslich sollen ja die Festtage nicht zu "Fett-Tage" werden ;-).

Outdoor Trainings bei eisigen minus Temperaturen (16.12.2010)

Am Dienstag dieser Woche hatte ich eines der härtesten Trainings seit langem. Wir hatten um 19:00 Uhr abgemacht um miteinander ein bisschen Kraft, Ausdauer, und Schnelligkeit zu büffeln. Halt das was man als Unihockeyaner so braucht.
Der Fuss war für einmal mal wieder nicht so gut, und das Fahrrad stand nicht zur Verfügung. Ich habe es wieder mal kapputt gefahren. Wenn ich die Schuhe nicht abfallreif bringe, so muss halt das Fahrrad dran glauben.
Als ich raus ging, dachte ich: "Das ist ja gar nicht so kalt." Dies änderte sich dann aber, als ich die erste Runde drehte. Ich dachte, meine Lunge währe demnächst einen Eisklotz. Dies verbesserte sich dann aber mit jeder Runde. Aber die Kälte war nicht mein einziges Problem. Der Fuss schmerzte immer wieder mal, vor allem wenn ich ihn falsch belastete. Immer wieder rappelte ich mich auf, und gegen Ende wurde dann mein Durchhaltewillen doch noch belohnt. Die Strassen waren trocken und daher griffig, die beliebten Hügelsprints konnten also gemacht werden. Gerade hier merkte ich den Unterschied zwischen frühreren Trainings. Ich stosse mit dem Rechten Bein mehr ab, was mich automatisch leichter laufen lässt.
In dem Training konnte ich wieder mal Beweisen, dass ich wirklich will, und dass ich nicht zu einem Mauerblümchensportler geworden bin. Das Training vom Dienstag hatte irgendwie den Charakter von den Trainings vor 5 Jahren, als ich teils bei -11°C durch die Strassen rannte. Mit zwei Unterschieden. Heute habe ich keinen Krebs mehr, und ich tue das ganze nicht mehr allein.
Gerade letzteres motiviert mich immer wieder vollgas zu geben. Es müssen ja nicht alle mit mir mitkommen. Aber ich grüsse damit alle, die dem kalten Wetter auch die Stirn zeigen und auch trainieren gehen. Schreibt mir doch mal ins Gästebuch.

Bei Föhnsturm mit dem Fahrrad unterwegs (7.12.2010)

In den letzten Tagen wurde es wieder wärmer. Der Föhn, ein Fallwind der in den Südlich ausgerichteten Alpentäler nördlich der Alpen vorkommt, heitzte mächtig ein. Heute stieg das Quecksilber 10°C, dafür war es sehr stürmisch. Dennoch ergriff ich die Chance, und stieg auf mein Fahrrad.
Der Wind war teilweise so stark, dass man aufpassen musste, nicht gleich umgeblasen zu werden ;-). Dennoch genoss ich die Fahrt, und dass die Temperaturen wieder angestiegen sind. Morgen wird es aller Wahrscheinlichkeit noch wärmer, daher bin ich vermutlich noch mals mit dem Fahrrad unterwegs um den Fuss etwas zu schohnen. Am Donnerstag bin ich jeweils wieder im Unihockey. Das heisst diese Woche zum ersten mal wieder zwei mal die Woche auf dem Feld zu sein. Ich habe aber keine Bedenken, dass mein Fuss das nicht mit macht. Die Frage ist nur, wie viele andere Trainings ich neben dem Unihockey noch machen kann. Letzte Woche waren es vier Trainings imsgesamt. Zwar ist die Zahl durchaus noch steigerungswürdig, aber ich bin zu frieden damit.
Was die Fortschritte anbelangt; noch merke ich im alltäglichen Gehen nicht viel davon, und im Sport schon gar nicht. Aber das kann ja noch kommen.

Verdacht auf Fortschritte verhärtet sich (1.12.2010)

"Irgend was ist anders", dieser Verdacht habe ich bereits seit ich wieder auf dem Unihockeyfeld stehe. Doch dieses etwas zu beweisen ist keine einfache Sache. Ich sagte immer, wenn ich den 100 m unter 20 sec laufe, glaube ich an Fortschritte. Seit längerem bemerke ich auch, dass mein Schuhverbrauch nachlässt. Während früher die Schuhe gerade mal einen bis ein einhalb Monate hielten, schaffte es das letzte Paar auf 3,5 Monate. Aber dies führte ich auch auf das verminderte Training zurück.
Seit nun fast zwei Wochen habe ich neue Schuhe im Einsatz. Früher sah man schon deutliche Spuhren der Abnützung nach dieser Zeit. Gestern Abend schaute ich mir die Schuhe an und bin erschrocken. "Und wo bitte bleiben die üblichen Abnützungen?!" fragte ich mich. Gerade beim rechten Fuss (das Bein ist bei mir stärker von der Behinderung betroffen) musste ich die Stellen suchen gehen. In der Tat ziehe ich den Rechten Fuss offenbar fast nicht mehr am Boden nach. Und abrollen tue ich neuerdings auch beim gehen. Diese Entwicklung ist aber nichts Weltbewegendes, denn sehen tut man offenbar kaum einen Unterschied. Im Sport scheine ich auch noch grösstenteils im alten Gehmuster zu laufen. Diese Gehmuster sind wohl relativ tief verankert. Wie es Weitergeht bleibt vollkommen offen, ich berichte wieder darüber.

Die Trainings werden härter (30.11.2010)

Jeden Abend ist es das selbe Spiel. "Soll ich jetzt wirklich ins Training gehen? zu Hause ist es doch so gemütlich." Da aber zu faul sein keine Ausrede ist, entscheide ich mich eigentlich immer für das Training. Wenn ich dann mal da bin, ist alles gar nicht mehr so schlimm. Oft werden die Trainingseinheiten sogar gut. Immer noch steht neben dem Unihockey ein konsequentes Kraftaufbautraining an. Dies ist wichtig, denn es wird einem nichts geschenkt, mit zunehmendem Alter schon gar nicht mehr ;-)
Dass ich dieses Jahr so ein lasches Sommertraining gemacht habe bereue ich in zwischen sehr. Denn dem Trainingsrückstand laufe ich immer noch etwas hinterher. Im Unihockey läuft es nicht schlecht, letzthin hatte ich sogar für eine gewisse Zeit meine Position getauscht, und als Spielmacher fungiert. Aufgrund meines reduzierten Tempos, ist diese Position für mich nur sehr schwer zu bestreiten. Mein Problem ist nach wie vor die Beschleunigung, die sehr schlecht ist, aber auch das krieg ich noch hin.
Die muskuläre Sache ist momentan bestimmt nicht schlecht. Auf einem Hometrainer konnte ich feststellen, dass ich ohne Probleme auf 200 Watt Leistung komme. Die Maximalleistung dürfte auf über 250 Watt liegen (Ohne Klickpedalen). Zum Vergleich, das ist die Leistung eines Elektro Fahrrads.
Wenn jetzt der Fuss noch gut wird, dann geht es los. Leider ist der rechte Fuss wirklich eine langwierige Geschichte. Aber Anzeichen zur Besserung sind vorhanden.

Es geht langsam aber sicher aufwärts (22.11.2010)

Letzte Woche war irgendwie eigenartig. So viel Power hatte ich schon lange nicht mehr im Training. Am Montag bis Mittwoch kannte ich überhaupt nichts. Fahrrad-Interwall-Training war angesagt. Bei zwei Grad Celsius gings in kurzen Hosen und Pullower Dorf auf und runter. Dann gings in den Eingangsraum der Turnhalle, und dort wurden dann Stabilisierungsübungen (Rumpfbeugen, Ligestützen, usw.) gemacht. Das Training ist vor allem daher zermürbend, weil ich in der Steigung mit dem Fahrrad an die Grenze gehe. Dazu noch die eher schlechten Wetterbedingungen. Das schöne war, ich trainierte für einmal nicht allein. Gemeinsam mit anderen zu trainieren, gibt einfach mehr Motivation. Danke denjenigen die mitgekommen sind.
Am Samstag war dann wieder Unihockey angesagt. Ich spühre den Fuss zwar noch beim Spielen, aber nach dem Spiel regeneriert er sich viel schneller. Daher kann ich ein zweites, und evtl. ein drittes Unihockeytraining ins Auge fassen. Die Beschleunigung auf kurze Distanz ist aufgrund des Fusses immer noch Lahm, aber das höchsttempo ist schon wieder besser. Das Training bringts also doch.

Starke Trainings trotz verletzung (1.11.2010)

Die negative Nachricht: Der Fuss macht weiterhin Probleme. Das Positive: Ich spiele trotz allem gut.
Es gibt zwei Arten von Trainings, die ich momentan mache. Fahrrad-Training und Unihockey-Training. Beim Fahrrad fahren merke ich den Fuss kaum. Beim Unihockey spielen ist das etwas anders. Doch die Verletzung scheint mich nicht auszubremsen. Ich spiele mindestens so gut wie letztes Jahr, wenn nicht sogar noch ein Spührchen besser. Das habe ich in letzter Zeit bewiesen.
Meine Schuhe neigen sich nach 4,5 Monaten nun langsam dem Ende. Noch vor zwei Jahren hatte ich einen Schuhverschleiss von 8 Paar im Jahr. Dieses Jahr hatte ich gerade mal noch die hälfte verbraucht. Warum weiss nach wie vor der Geier. Aber irgendwann werde ich das rausbekommen.
Eines steht fest, ich trainiere diese Saison noch mal richtig. Ich bin jetzt schon wieder auf mindestens 6 Trainings die Woche. Nicht selten trainiere ich zwei mal am Tag. Ein mal über den Mittag und ein mal am Abend. Ebenfalls ist nun ein neues Video über das Training in bearbeitung. Ihr werdet wieder von mir höhren.

Zwischen Stühlen und Bänken (13.10.2010)

Ich bin wieder mal ein kleines Update schuldig. Leider kann ich nach wie vor nicht sagen, ob ich nun Fortschritte oder Rückschritte mache. Fact ist nur, dass es mit meiner Verletzung am rechten Fuss etwas besser geht. Die Trainings sind nicht schlecht, wobei ich dazu sagen muss, dass ich momentan nur etwa auf 50 % laufe.
Gestern machte ich noch Videoaufnahmen für ein neues Video auf YouTube. es soll ein bisschen meine Trainings ausserhalb der Halle zeigen. Neben Fahrradfahren ist da auch Outdoor Unihockey mit dabei. Ich rechnete eigentlich damit, dass ich nach diesem Training Schmerzen habe. Dem war aber nicht so. Heute machte ich neben zwei Fahrradtraining auch ein paar Sprints auf der Laufbahn. Vollgas konnte ich aber nicht geben, denn so bald ich auf den Vorfuss umstelle, riskire ich einen Sturz, da es unter extremen Belastungen plötzlich im Sprunggelenk zwicken kann.
Keine Ahnung, momentan rechne ich mit allem, ich versuche ruhig zu bleiben, und eventuelle Anzeichen für Fortschritte nicht zu hoch einzustuffen. Ich hoffe, es geht nicht so weiter, und ich habe bald greiffbares Material. Eines ist sicher, sollte es jetzt Fortschritte geben, weckt man einen schlafenden Tiger. Motivation ist mehr als genug vorhanden um die Behinderung platt zu walzen.

Für einmal eine andere Position

Heute war wirklich ein spezielles Training, denn ich verliess für einmal meine Spielposition. Auch wenn mir das kaum einer glaubt, ich war im Goal. Ich wollte das schon lange mal ausprobieren, einfach aus Neugierde wie das ist.
Wie zu erwarten war, hatte ich nicht viel auszurichten. Immerhin habe ich ja keine Übung. Da ich relativ unbeweglich bin, dachte ich eigentlich dass ich mich in Goal kaum bewegen kann. Dies hat sich aber nicht bewahrheitet. Zu meinem Erstaunen war ich recht flexiebel auf den Beinen. Aber manchmal bin ich mir echt wie ein Fliegenfänger vorgekommen. Da schiesst jemand (nicht mal scharf) du reagierst - und der Ball ist genau gleich im Tor. Man sieht, wie gefährlich auch langsame Schüsse sein können, so fern sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt und Präzise abgefeuert werden. Vor allem bemerkt man aber die Wichtigkeit seiner Vorderleute. Eine gute Verteidigung ist goldwert.
Für mich war es eine gute Erfahrung, mal als letzter Mann zu fungieren. Ich kann es jedem Spieler nur empfehlen. Allerdings habe ich nun wohl wesentlich weniger verständniss für Goalies die behaupten, ihr Posten sei Körperlich genau so anstrengend wie der Spielerposten. Also vom physischen her ist das ein Schokoladen Job! Aber trotz allem bin ich wesentlich lieber Feldspieler, und freue mich schon wieder, wenn ich auf dem Feld sein kann.

Und nun glauben alle schon wieder an Wunder

Das Leistungssportler Image wird man wohl nicht so schnell los, ok, ich mach es ja den Leuten auch nicht so einfach. Immerhin trainiere ich manchmal noch recht hart, und es juckt auch immer noch ganz schön. Vielleicht kennt Ihr den Film "Rocky Balboa", ein Boxer der sich vom Alter nicht bremsen lässt und noch mal in den Ring steigt.
Letzthin fragte ich einen Jugendlichen, was er denn eigentlich an mir bewundere. Die Antwort lautete: "Du hast ein Feuer in dir, und das will ich auch!!!" Als ich fragte was ich denn tun muss, dass die Flamme rüberspringt meinte er: "Geh aufs Feld und Spiel Unihockey." Ich verstehe zwar nicht was so imponierend ist wenn ich Unihockey spiele, aber offenbar scheint das eine ganz spezielle Magic zu haben.
Gerade in letzter Zeit machten sich einige Menschen inklusive mir Sorgen, dass sich evtl. meine Behinderung verschlechtert hat. In der Tat gehe ich im Alltag momentan schlechter als auch schon. Dies hat mit Fussschmerzen zu tun. Ok, Abnutzungserscheinungen, das ist ja logisch, so viel wie ich gemacht habe. Aber Abnutzungserscheinungen die kommen und gehen, und die, wenn ich mal richtig warm bin überhaupt nicht mehr vorhanden sind? Obschon ich mich in den letzten Trainings schohnte, spielte ich so gut wie noch fast nie. Meine Schuhe habe ich nun schon seit bald drei Monaten, und durch sind die Dingers immer noch nicht. Mag sein, dass ich weniger Sport mache, aber so viel? Den rechten Fuss zieh ich wesentlich weniger am Boden nach, und manchmal rolle ich sogar ab.
Nein, ich mag das Wort "Fortschritte" nicht mehr aussprechen, ich glaube nicht mehr dran. Eigentlich will ich doch gar keine Fortschritte mehr machen. Lieber hätte ich mal wieder ein Training, in dem ich voll spielen kann ohne anschliessend ein Halbtoter zu sein. Aber vielleicht sollte ich mir das besser nicht zu stark wünschen. Denn wenn die Schmerzen auf Fortschritte zurückzuführen sind, werden sie irgendwann vergehen. Egal, momentan habe ich die Schmerzen noch, und die zwei Unihockey Trainings kann ich als "Glückliche Zufälle abstempeln.
Ich weiss, dass ich mal den Satz sagte: "Wenn ich den Krebs besiege ist diese Behinderung so gut wie tot." Im Frühling 2010 währe es so weit, die Zeit bis dahin würde durchaus reichen. Ich gebe zu dass es mich beschäftigt, sehr sogar, aber irgendwie kommt für mich alles zu späht. Wir sehen wie es weiter geht.

Die Geschichte eine abkühlenden Leistungssportlers

Eine grosse Herausforderung steht an, vielleicht die grösste die ein Leistungssportler je haben kann. Über Jahre habe ich nun am Limit trainiert. Die oft quälenden Trainings sind längst zum Alltag geworden. Einige meiner Träume hab ich erreicht, andere nicht. Ich habe über Jahre Grenzen ausgebaut, nun geht es darum, sich damit zu arangieren. Die Grenze des Alters ist näher denn je.
Als Kind wünschte ich, mal bekannt zu werden, ich wollte ein Star sein. Auch wenn ich mich als normaler Mensch wie jeder andere ansehe, bin ich für viele der Sportler. Ich habe diese Bewunderung lange erarbeitet, und geniesse sie, mit allen Vor- und Nachteilen. Ob das in fünf Jahren auch noch so ist, weiss ich nicht.
Wer über Jahre vom Motto "Schneller, besser und wirkungsvoller" getrieben wird, hat oft mühe dies abzulegen. Es tönt vielleicht blöd, aber man muss die Freude am Sport wieder finden. In all den Jahren wurde Training für mich zum knallharten Ernst. Es war mir eigentlich scheissegal ob mir das Training Spass machte oder nicht, durchgeführt habe ich es ohnehin. Ok, bei über 80% der Trainings hatte ich Spass. Doch Sport war für mich in erster Linie mal sowas wie ein Beruf. Ein Beruf mit dem ich nie Geld verdiente.
Es gibt nicht wenige Leistungssportler die nach ihrer Karriere komplett aufhöhren. Bei mir ist die Situation etwas anders. Erstens will ich dem Sport nicht den Laufpass geben, und zweitens darf ich es nicht, da Sport für mich auch eine Art Therapie ist. Ich werde also mein Leben lang trainieren müssen, um die Behinderung halten zu können. Bei mir geht es also um mehr als um fit zu bleiben. Nur kann ich da in ferner Zukunft nicht mehr mit der breiten Unterstützung meiner Fans rechnen. Denn es ist ja was ganz normales, was ich jetzt mache. Wie es mir auf dem Weg zurück zu einem vernünftigen Trainingseinsatz geht, möchte ich in diesem Tagebuch beschreiben.
Das alte Sporttagebuch findet Ihr HIER

Aktualisiert am:
16. 01. 2011 04:33 Uhr

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