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Raphael Bircher
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Über mich

Steckbrief
Name/Vorname: Bircher Raphael
Geboren am: 28. Oktober 1980
Sternzeichen: Skorpion
Nationalität: Schweiz
Erlernter Beruf: - (ja, das stimmt, ich habe keinen Beruf erlernt)
Tätig als: Sportler, Freelancer
Grösse: 169 cm
Gewicht: 72 - 74 kg
Aktueller Spielerstock: Unihoc TWS Player
Position: Offensiv Verteidiger
Lieblingsschuss: Slapshot (wenn immer möglich direkt)
Schwächen (Sport):
  • Zu offene Ballführung
  • Manchmal zu risikofreudig
Stärken:
  • Abschluss
  • Feldüberblick, Spiel lesen
  • Ruhiger Pol und doch ein Kämpfer
  • Unberechenbar
Verein(e): LAC TV Unterstrass
Bisherige Vereine: BSC Zimmerbert Wädenswil
UHC Einhorn Hünenberg
Swiss Handicap Unihockey
UHC Alligator Malans

Nur in den Trainings ohne Mitglied zu sein:
UHC Sarganserland
Kontaktmöglichkeit: Steht im Info
Musikrichtung: Bin eigentlich extrem vielseitig. Doch oft ist es eher Rockigeres. Ich mag die "wahren" Hits. Solche, die auch noch nach zehn oder zwanzig Jahren gehört werden. Ein ganz spezieller Bezug habe ich zu Herbert Grönemeyer's "Bleibt alles anders" und zu "Nothing else matters" von Metallica. "Bleibt alles anders" hat mich zweimal im letzten Moment zum weiterkämpfen bewogen. Einmal am 14. April 2000, als ich dann die Stützräder von meinem Fahrrad abschraubte. Das zweite Mal war, als es sich abzeichnete, dass ich Krebs hatte. Da wollte ich den Sport fast an den Nagel hängen.
"Nothing else matters" ist eigentlich das Motivationslied von mir. Es läuft viel vor den Trainings. In dem Lied steckt irgendwie eine versteckte Power.
Vorbilder: Ich hab keine speziellen Vorbilder, denn jeder Mensch macht auch Fehler. Aber es gibt diskussionslos Leute, die Grosses geleistet haben. Ich bewundere vor allem die stillen Macher. Und Leute, die einem schweren Schicksal geradeaus in die Augen sehen. Vorbilder hatte ich im Kinder und Jugendalter auch. Heute ist meine Vision mein Vorbild.
Danke an:
  • An meine Mutter, sie steht mir immer bei, wenns hart auf hart geht.
  • Vater und Geschwister. Sie haben so viel für mich gegeben.
  • Alle meine Trainer, Betreuer und Mentoren, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite stehen.
  • Teamkollegen und Trainingspartner, mit denen man nicht nur hart arbeiten, sondern auch Spass haben kann.
  • Fans und Leute, die mich bewundern. Die Hopprufe und auch nur der Gedanke daran, spornen mich immer wieder an.
Ein ganz spezielles Dankeschön möchte ich all den Menschen aussprechen, die mich nicht nur bewundern, sondern ihr eigenes Leben in die Hand nehmen. Wenn ich sehe, dass Menschen plötzlich Zielen nachgehen und ich noch bemerke, dass ich da etwas dazu beitragen konnte, ist das wunderschön.
Hobbys: hab da verschiedene
  • Überall im Wege stehen ;-)
  • Distributed Computing
  • Open Source Projekte

Für alle, die schon lange Mal wissen wollten, was ich unihockeytechnisch so drauf hab, hab ich vor einem Jahr einen kleinen Clip gemacht.
Handicap Floorball 3 Handicap Floorball 2

Sportliche Laufbahn
10. August 1986 Mit sechs Jahren laufe ich zum ersten Mal in meinem Leben selbständig. Laufen hiess zu dieser Zeit, drei bis fünf Schritte machen und dann wieder umfliegen. Dennoch war damit eine wichtige Grundlage für alle meine späteren Erfolge gelegt.
1987 Ich entdecke eine grosse Liebe zum Fahrradfahren. Immer wenn es schön ist, sitze ich auf dem Fahrrad mit Stützrädern, und kurve durch die Gegend. Bald auch brauche ich einen Zähler, ich will wissen, was ich leiste!
1989 Das Matten Schulhaus wird vom "Unihockey Virus" angegriffen. Auch ich werde gnadenlos von dem Käfer erwischt. Zum ersten Mal lerne ich die Sportart als "Pausenplatz-Spiel" kennen. Meine Karriere begann also auch wie so manche auf dem Schulhausplatz.
1990 Meine heile Welt bricht zusammen. Ich muss das Schulhaus, in dem ich unter Nichtbehinderten gut integriert war, verlassen und in die Schule für Sehbehinderte und Blinde Sonnenberg in Baar wechseln. Einen Vorteil hatte das aber für meine Sportkarriere: Ich konnte am Turnunterricht teilnehmen. Da war ich bis anhin immer suspendiert.
1991 Ich laufe am Schulsporttag zum ersten Mal in meinem Leben einen 1000m. Zwar hatten viele Zweifel, ob ich das auch durchstehe, doch ich habe ihn voll durchgezogen. Ohne einmal zu unterbrechen. Alle waren stolz auf mich.
1992 Während ich früher keinen eigenen Stock für Unihockey hatte, bekam ich jetzt zum ersten Mal einen eigenen. Ich spielte, wie das so manche Kinder tun, in der Wohnung. Sehr zum Leid aller Zimmerpflanzen, Blumenvasen, Bilder, und was sonst noch alles rumstand und rumhing. Aber schliesslich musste ich doch auf die Turnstunden üben. Im selben Jahr wechselte ich auch vom Torwart zum Verteidiger.
Ich bekam ein neues Rad und fuhr gleich am ersten Tag 49 km. Das mit elfeinhalb Jahren. Im selben Jahr begann ich regelmässig zu trainieren, und fuhr in dem Jahr über 2000 km.
1993 Jeden Abend knalle ich meine Bälle an das Garagentor (in der Wohnung durfte ich leider nicht mehr spielen). An Wochenenden trainiere ich manchmal so lang, dass ich anschliessend vor Schmerzen nicht mehr gehen kann. Eine Stunde Sport am Tag ist nun schon fast das Minimum.
Im Sommer brach ich auf einer zweitägigen Tour am Bodensee mit meiner Gotte den Tages-km-Rekord. 55 km sind es jetzt.
Im Herbst lernte ich bei der Halleneröffnung in Hünenberg das richtige Unihockey und den UHC Einhorn Hünenberg kennen.
1994 Ich wurde sehr zielstrebig im Sport. Mit 13 Jahren war es für mich klar, dass ich mal zu den besten Behindertensportlern der Schweiz zählen möchte.
Mir wird ein Rollstuhl angepasst. Mir wurde gesagt, dass es vor allem dafür ist, dass ich auch in der neu gegründeten Kinder Rollstuhlgruppe teilnehmen kann, die am Freitag jeweils in Baar trainiert. Später vernahm ich aber, dass es vor allem mal drum ging, die Grundlagen des Rollstuhlfahrens zu erlernen. Falls ich das irgendwann mal brauche.
Nach einer Horrornacht, in der ich wohl eine der schlimmsten Krisen meines Lebens durchgestanden habe, entscheide ich mich nach vielen Tränen, vermehrt den Kontakt zu Jugendlichen aus dem Dorf zu suchen. Ich wurde gut aufgenommen, und machte allmählich auch mit Nichtbehinderten Sport. Dies tat meinem Selbstvertrauen sehr gut, ausserdem war ich da wirklich gefordert.
1995 Ich kam dem Club Einhorn Hünenberg immer näher. Ich fühlte mich da aufgenommen. Allerdings konnte ich wegen meiner Behinderung nicht mitspielen. Ich war nicht nur während der Matchs der ersten Mannschaft anwesend, sondern auch bei den Trainings. Ich knallte auf der freien Hallenfläche meine Bälle an die Wand und durfte ab und an auch mal einen Penalty auf die Goalis schiessen. Manchmal spielte ein Spieler auch mal während einer freien Minute mit mir. Ich kannte alle Spieler persönlich und gehörte irgendwie zu der Mannschaft. Ich schaute Tricks ab, und versuchte sie nachzuahmen. Ich wollte absolute Spitze werden, und das wussten die Spieler dort auch. Die Spieler mochten meine anspornenden Hopp-Rufe, sowie auch meine aufgestellte Art. Ebenfalls wurde ich da mal nicht nach meiner Behinderung eingestuft, sondern nach dem, was ich kann. In dieser Zeit entwickelte ich ein starkes Selbstvertrauen. Ich wusste, dass ich es weit bringen kann. Im Sommer ging ich dann in ein Behindertensportlager. Dort zählte ich von Beginn weg zu einem der stärksten Sportler.
1999 Ich war das Aushängeschild des Behindertenunihockeys der Schweiz. Vor allem meine Schüsse sind gefürchtet. Meine Spielart war damals sehr kampfbetont. Ausserdem war ich sehr stark auf den Abschluss fokusiert. Meine gute Kondition erlaubte mir, auf dem Kleinfeld über das ganze Feld zu spielen.
2000 14. April 2000, ich vollbringe ein kleines Wunder und schraube nach langer Vorbereitung mit 19 Jahren meine Stützräder ab. Anfänglich glaubte nicht mal ich selbst dran, dass ich das schaffen kann. Für das ganze Dorf war es eine grosse Überraschung, und ich war für ca. 3 Wochen der Star.
2001 - 2003 Ich konzentriere mich vermehrt auf den Trainerjob, den ich bei UHC Einhorn Hünenberg und später bei UHC Alligator Malans ausübte. Dennoch hielt ich mich während dieser Zeit mehr als nur fit. In diesen drei Jahren fuhr ich rund 30'000 km mit dem Fahrrad. Das Rekordjahr war das Jahr 2002 mit 12'000 km. In diesem Jahr stellte ich mit 196 km auch meine 24-h-Bestleistung auf.
2004 Ende 2003 kündigte ich mein Comeback als Sportler an. Im Winter begann ich vorsichtig mit dem Aufbautraining. Das Comeback gestaltete sich nicht einfach, ich wurde anfangs von einer Verletzung nach der anderen gejagt. Nach einem harten Sommertraining, in dem ich vor allem Kraft und Kondition büffelte, lief jedoch alles rund. Schon bald war ich nicht nur in der alten Form, sondern ich kam in ein neues Hoch.
2005 Die neue Hochform liess auch im neuen Jahr nicht nach. Sie brachte auch einige Fans mit sich. Im Frühjahr gab ich meine ersten Autogramme. Der Start ins Sommertraining verlief hingegen harzig. Ich fand einfach die Motivation nicht. Bei schlechtem Wetter blieb ich manchmal sogar zu Hause.
Ende Mai bekam ich dann die Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Dies wäre eigentlich ein guter Grund gewesen, um aufzuhören. Doch genau das Gegenteil geschah. Ich legte erst richtig los!
Die Chemotherapie habe ich so gut vertragen, dass ich gleich nach der Chemo jeweils eine Trainingseinheit machte. 3000 km mit dem Fahrrad und 3 Paar durchgelaufene Jogging-Schuhe waren das Resultat eines Sommertrainings, das trotz Chemo das härteste bis zu diesem Zeitpunkt war. Dazu fiel die 1000 m PB von 5:30, und das nur 3 h nach der Chemo. Für die Ärzte war ich schon fast ein Phänomen. Niemand wusste, wie ich das machte, auch ich selbst nicht.
Ende Jahr bekam ich die Hiobsbotschaft, dass der Krebs mutiert hat. Eine Milzentfernung ist unausweichlich, sodass ich noch vor Neujahr hospitalisiert wurde.
2006 Dieses Jahr begann für mich im Spitalbett. Es war die schlimmste Zeit, die ich als Krebspatient durchmachte. Nach zwei Wochen kompletter Pause wagte ich mich auf einem Hometrainer ans erste Training. Nach drei Wochen absolvierte ich die ersten Outdoor-Trainings, obschon ich noch Schmerzen hatte. Nach vier Wochen machte ich meinen ersten richtigen Sprint.
Der Winter war alles andere als human, und so manches Training wird mir wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Temperaturen über null Grad waren bereits Luxus. Trotz allem zog ich das Training knallhart durch, und rettete so einen Grossteil meiner körperlichen Fitness durch den Winter.
Im Frühling gab ich dann das Comeback im Behindertensport. Der Lauf in Düdingen zeigte mir allerdings, dass ich körperlich schon nicht mehr ganz so fit bin. Ein hartes Sommertraining schien mir unausweichlich. Während meiner Krebszeit habe ich mit meiner kämpferischen Einstellung viele Fans gewonnen. Immer wieder wurde ich angefeuert, was die Leistung auch positiv beeinflusste. Das Sommertraining wurde mit Abstand das härteste. Doch das Sommertraining verfehlte seine Wirkung nicht. So startete ich so fit wie noch nie in eine neue Unihockeysaison. Ich suchte mir Trainingsmöglichkeiten zusammen, und fand eigentlich für jeden Wochentag eine gute Lösung.
2007 Nennen wir es das Jahr der Bestleistungen. Im Dezember traf ich bei einem Kaderzusammenzug der SLVB Roger Kernbach, der Trainer von Christoph Bausch. Sie sagten, dass sie in Zürich einen Lauftunnel haben, und dass sie nur auf Sprinten trainieren. Wir verabredeten uns auf den Januar. Die sehr gute Betreuung - herzlichen Dank an den TVU - zeigte sehr schnell Wirkung. Im Februar lief ich den 50 m in 10,00 Sekunden. Nach zwei Trainingslagern erfuhr ich dann, dass ich auf die Paralympic keine Chance habe, und so änderte ich auch meine Trainingsziele. Antrainieren einer guten Kondition war jetzt das Zentrum der Mission. Nach einem intensiven Fahrradtraining, packte ich noch meinen Wochenrekord an. Dieser lag auf 490 km. Ich schlug die Bestleistung schon nach 6 Tagen. Nach Ablauf der Zeit hatte ich 570 km auf dem Tacho. Kaum zurück auf der Bahn, schlug ich die 120 m PB um ganze 3 Sekunden. Die bessere Kondition wirkte sich aus. Konditionell war ich so stark wie noch nie. Im September startete ich wieder in das Sprinttraining. Über die Festtage gab es keine Pause, nein, wir hatten mehr Trainings als sonst. Genau im letzten Training und im letzten Sprint schlug ich nochmals meine PB über 50 m auf 9,76.
2008 Das Jahr 2008 war für mich ein Zwischenjahr, ohne nennenswerte Erfolge. Ich begann, wieder vermehrt Unihockey zu spielen und stand im Winter dann dreimal auf dem Platz. Dazu trainierte ich bis zu dreimal Outdoor oder dann im Letzi mit der Leichtathletik-Gruppe. Das Jahr war gezeichnet von sehr vielen Trainings. Im Gegensatz zu früher musste ich viel reisen. Montag, Chur; Dienstag, Malans; Mittwoch, Zürich; Donnerstag, Chur; Freitag, Zürich; Samstag, Malans oder Zürich. Nur über den Sommer war es etwas ruhiger, da konnte ich alle Trainings in Malans machen.
2009 Nennen wir es das Jahr des Unihockeys. In diesem Jahr kam ich endlich wieder auf meine Sportart zurück. Ich trainierte oft drei mal in der Woche auf dem Feld, und immer noch ein bis twei Outdoor-Trainings dazu. Es war auch ein Jahr in dem ich noch mal richtig Fortschritte machte was das Unihockey anbelangte. Ich wurde wesentlich sicherer am Ball, und gewann an Feldüberblick was mich wesentlich gefährlicher machte.
Während ich früher neben der guten Verteidigungsarbeit vorallem für meine Schüsse bekannt war, wurde ich nun plötzlich für meine Assists bekannt. Auch die beiden YouTube-Videos stammen beide aus dem Jahre 2009. Auf die Saison 2009/2010 konnte ich mit der Sportagon GmbH auch einen Ausrüster gewinnen. Das Material von UNIHOC war wirklich schön zu Spielen!
Aktualisiert am:
09. 09. 2013 09:50 Uhr

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